{"id":178,"date":"2010-08-20T20:08:04","date_gmt":"2010-08-20T20:08:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/?p=178"},"modified":"2014-07-16T21:51:56","modified_gmt":"2014-07-16T21:51:56","slug":"der-erste-tag-im-projekt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/?p=178","title":{"rendered":"Der erste Tag im Projekt"},"content":{"rendered":"<p>Hier ist vielleicht was los. Am fr\u00fchen Donnerstagabend sind wir angekommen. Bereits morgens um 9:30 sind wir im Camp abgefahren. Anvisiert war eine ungef\u00e4hre Fahrtzeit von Bangalore nach Mysore von 3 Stunden. Wir Freiwilligen wurden in unterschiedliche Autos aufgeteilt. Der Teil der direkt in Mysore sein Projekt hat, durfte in einer Art Mercedes Sprinter Platz nehmen (hier hei\u00dfen diese Vorg\u00e4nger des Sprinters Force Traveller) und wir anderen, die ihr Projekt weiter au\u00dferhalb haben, durften in einem Chevy SUV Platz nehmen. Das Gep\u00e4ck wurde ganz nach indischer Manier auf dem Dach mit einer Plane und ein bisschen Band verstaut. Handgep\u00e4ck durften wir sogar mit in den Wagen nehmen. So und wenn ihr jetzt glaubt, dass der Bus und der SUV sich auf getrennten Wegen zu unseren Projekten gemacht haben, dann liegt ihr v\u00f6llig falsch. Erstmal sind wir alle gemeinsam in Richtung Mysore gefahren. Das ganze war in unserem klimatisierten Auto relativ unspektakul\u00e4r. In Mysore haben wir dann an einem Hotel halt gemacht um noch einmal gemeinsam Mittag zu essen. Das Restaurant wirkte gehoben und es war sehr sauber. Zu Essen gab es typisch indische Speisen und leckeren frisch gepressten Fruchtsaft.<\/p>\n<p>Nach dem Essen haben wir uns dann mit beiden Autos auf den Weg gemacht und haben nacheinander alle Freiwilligen weggebracht. Es war zum einen sch\u00f6n, dass man sich noch verabschieden konnte, jedoch dauerte es bei jedem eine gewisse Zeit. Und wir, die ihr Projekt au\u00dferhalb hatten, waren als letzte an der Reihe. H\u00f6hepunkt war das Haus der Gastfamilie von Sandra und Johanna. Wir sind in eine gated community mit eigenem W\u00e4chter am Eingang eingefahren. Das Haus war schon von au\u00dfen extravagant. Sandras und Johannes Gastmutter hat uns sichtlich erfreut dar\u00fcber, dass wir ihr Haus so klasse finden,\u00a0 eingeladen ins Innere einzutreten. So beinhaltet das Wohnzimmer einen eigenen Wasserfall, alle R\u00e4ume sind dank einer Art R\u00e4ucherst\u00e4bchen von einem angenehmen Geruch umgeben. Das Zimmer von Johanna und Sandra beinhaltet ein eigenes Bad und Balkon auf dem Dach. Echt luxuri\u00f6s.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nach diesem Erlebnis folgte die n\u00e4chste indische Challenge. Auf der Weiterfahrt zu Georgs Projekt gab der Fahrer des Busses unserem Fahrer ein kurzes Zeichen, dass er doch bitte kurz warten solle. Und nun folgt ein Lehrst\u00fcck indischer Kultur. Kurz warten hei\u00dft auf indisch 2-3 Stunden. Wir sa\u00dfen wirklich 2,5 Stunden in dem Auto und niemand von uns hatte eine Ahnung wo denn nun bitte alle hin sind. Die geilste Antwort kam von unserem Fahrer, der uns mitteilte, dass der Bus in 10 Minuten zur\u00fcck sein werde. Wie gesagt die Inder sind sehr h\u00f6flich und er hat sich einfach nicht getraut zu sagen, dass er keine Ahnung hat. Unser Halteplatz war \u00fcbrigens die Kr\u00f6nung der ganzen Situation. Wir standen mitten in der Bushaltestelle an einer vielbefahrenden indischen Kreuzung, um uns herum nur Menschen, hunderte humpende Autos und zur allem \u00dcberfluss auch noch indischer Monsunregen. Als unsere beiden indischen Teamer dann endlich zur\u00fcck kamen, sind wir kurz in Jubel ausgebrochen, wobei wir nach der Entschuldigung einfach nur sauer waren. Die Teamer haben uns warten lassen weil \u00a0sie meinten, es w\u00e4re zu langweilig f\u00fcr uns gewesen alle wegzubringen. Was bitte ist langweiliger als bei Regen in einem stickigen Auto 2,5 Stunden zu warten?<a href=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Parkplatz.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-182\" title=\"Parkplatz\" src=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Parkplatz.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"319\" srcset=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Parkplatz.jpg 800w, http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Parkplatz-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Danach ging es dann aber weiter und nachdem wir eine Teamerin Zuhause abgesetzt hatten, wurden Helmut und ich in unserem Projekt gebracht.<\/p>\n<p>Wir wurden sofort vom Projektleiter begr\u00fc\u00dft. Einige Kinder, die hier im Internat wohnen sind sofort angelaufen gekommen und haben uns ganz aufgeregt nach unserem Namen gefragt.<\/p>\n<p>Wir wurden dann in Begleitung der Kinder zu unserem Zimmer gebracht. Unser Zimmer besteht aus einem gro\u00dfen Schlafraum mit 2 Betten, einem kleinen Handwaschbecken und in die Wand eingelassen Schr\u00e4nken. Direkt\u00a0 an unser Zimmer grenzt unsere eigene Nasszelle. Sie besteht aus einer westlichen Toilette und einer westlichen Dusche. Wobei, sofern man die Dusche bet\u00e4tigt, das ganze Zimmer mit Wasser \u00fcberflutet wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Kaliyuva-mane-Zimmer.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-179\" title=\"Kaliyuva mane Zimmer\" src=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Kaliyuva-mane-Zimmer.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"320\" srcset=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Kaliyuva-mane-Zimmer.jpg 800w, http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Kaliyuva-mane-Zimmer-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Strom haben wir f\u00fcr ein paar Stunden in den Abendstunden und am Morgen. Also genug Zeit um die Akkus unserer Netbooks zu laden. W\u00e4hrend Power-Cuts steht uns Strom f\u00fcr Licht aus einer solargeladenen Batterie zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Wir haben dann auch gleich angefangen uns einzurichten. Ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl endlich nicht mehr aus dem Koffer zu leben. Allerdings haben wir erstmal eine Einkaufsliste geschrieben, was wir uns die n\u00e4chsten Tage besorgen m\u00fcssen. Ganz oben auf der Liste ist ein Moskitonetz, das wir in mehrere Teile zerschneiden und mit Panzerband vor die Fenster kleben. Denn es wimmelt hier nur so vor Moskitos. Unsere erste Aufgabe bestand dann hier auch erstmal im Aufh\u00e4ngen unserer Moskitonetze, die hier wirklich verdammt sinnvoll sind. Au\u00dferdem haben wir\u00a0 uns \u00fcberlegt, dass wir uns kleine Metallhaken besorgen, damit wir mal ein paar Sachen aufh\u00e4ngen k\u00f6nnen, denn es gibt hier so gut wie keine M\u00f6glichkeit etwas aufzuh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Gestern Abend gab es dann das erste indische Dinner hier im Projekt.\u00a0 Unsere Metallteller f\u00fcrs Essen haben wir in der K\u00fcche abgeholt, haben diese dann am Sp\u00fclbecken gereinigt und durften uns dann im Schneidersitz in den Essenraum setzen. Uns wurde dann der Reis,\u00a0 die passende So\u00dfe und kleingeschnittene Tomaten an unseren Platz gebracht. W\u00e4hrend des Essens wurden wir nat\u00fcrlich von den Kindern ausgequetscht, wie wir denn nun hei\u00dfen und wie man dies richtig ausspricht. \u00a0Nach dem Essen haben wir die Metalteller dann wieder abgesp\u00fclt und sind zur\u00fcck zu unserem Zimmer. Nach einer erfrischenden Dusche wollten wir eigentlich noch einen Film gucken, sind dann aber v\u00f6llig ersch\u00f6pft schlafen gegangen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag war dann Erkundung des Projekts angesagt. Es wurden uns die unterschiedlichen Outdoor-Klassenr\u00e4ume vorgestellt. Zus\u00e4tzlich gibt es hier ein Office, eine Library, ein Auditorium und einen Computerraum. Au\u00dferdem wurde uns das Sportgel\u00e4nde und der Garten vorgestellt. Zu unserem Fuhrpark geh\u00f6ren ein Van, der die Kindern von au\u00dferhalb einsammelt, mehrere Fahrr\u00e4der und 6 K\u00fche, die hier vor unserem Zimmer rumgrasen. W\u00e4hrend des Fr\u00fchst\u00fccks haben uns die Kinder belagert und wollten wissen ob wir denn auch Volleyball und V\u00f6lkerball kennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Kaliyuva-mane.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-180\" title=\"Kaliyuva mane\" src=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Kaliyuva-mane.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"320\" srcset=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Kaliyuva-mane.jpg 800w, http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Kaliyuva-mane-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Also unsere Vorg\u00e4nger haben ganze Arbeit geleistet, die Kinder k\u00f6nnen nicht nur ne Menge Spiele sondern k\u00f6nnen auch ein paar Brocken Deutsch. So wurden wir mit Guten Morgen begr\u00fc\u00dft oder gefragt ob wir noch Wasser wollen. Nat\u00fcrlich haben wir nicht sofort verstanden was los ist, wer kann denn auch ahnen, dass indische Kinder ein paar W\u00f6rter deutsch sprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier ist vielleicht was los. Am fr\u00fchen Donnerstagabend sind wir angekommen. Bereits morgens um 9:30 sind wir im Camp abgefahren. Anvisiert war eine ungef\u00e4hre Fahrtzeit von Bangalore nach Mysore von 3 Stunden. Wir Freiwilligen wurden in unterschiedliche Autos aufgeteilt. Der Teil der direkt in Mysore sein Projekt hat, durfte in einer Art Mercedes Sprinter Platz [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/178"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=178"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/178\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":185,"href":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/178\/revisions\/185"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=178"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=178"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=178"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}