{"id":187,"date":"2010-08-26T23:00:47","date_gmt":"2010-08-26T23:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/?p=187"},"modified":"2014-07-16T21:52:00","modified_gmt":"2014-07-16T21:52:00","slug":"resident-permit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/?p=187","title":{"rendered":"Resident Permit"},"content":{"rendered":"<p>Darf ich mich Vorstellen?! Mein Name ist Patrick, Patrick Anna.<\/p>\n<p>Ja ihr habt richtig geh\u00f6rt, jedoch handelt es sich bei Anna nicht um irgendeinen peinlichen Doppelnamen sondern um meinen Namen hier im Projekt.\u00a0 Von den Sch\u00fclern werden wir hier auch nur kurz Anna genannt. Dazu m\u00fcsst ihr aber auch wissen, dass Anna hier gro\u00dfer Bruder bedeutet.<\/p>\n<p>Somit haben Helmut und ich uns mal eben einen neuen Namen zugelegt. Total witzig.<\/p>\n<p>Nun sind wir schon seit knapp einer Woche im Projekt und es ist mal wieder viel passiert.<\/p>\n<p>Letztes Wochenende durften wir unsere erste Unterrichtsstunde halten. Nun fragt ihr euch nat\u00fcrlich was wir so an Unterricht geben, dies ist aber v\u00f6llig unterschiedlich. So werden wir hier f\u00fcr maths, computer und english jeden Tag neu eingeteilt.<\/p>\n<p>Ja meine lieben ehemaligen Englischlehrer, das h\u00e4ttet ihr wohl nicht erwartet, dass ich nochmal als Lehrer fungiere. Und dann auch noch als Englischlehrer.<\/p>\n<p>Aber es klappt erstaunlicher Weise gut. Ich hab mit Helmut auch einen kompetenten Partner an meiner Seite. Nur zur Info,\u00a0 er ist Halb-Ire und kann mir bei Problemen sehr gut helfen.<\/p>\n<p>Der Unterricht l\u00e4uft aber jedes Mal total anders ab. So gibt es hier unterschiedliche Altersklassen (5-\u00a0 16-j\u00e4hrige Sch\u00fcler)die zu kleinen Klassen zusammengefasst werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Klassenraum1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-190\" title=\"Klassenraum unter freien Himmel\" src=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Klassenraum1.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"319\" srcset=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Klassenraum1.jpg 800w, http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Klassenraum1-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit den \u00e4lteren Kindern kann man sich relativ gut auf Englisch unterhalten. Mit den j\u00fcngeren, vor allem mit den 5-j\u00e4hrigen kann man nur bruchst\u00fcckhaft kommunizieren.\u00a0 In solch eine Klasse wurden wir nat\u00fcrlich gleich gesteckt. Wir sollen den Kindern spielerisch Englisch beibringen. Leichter gesagt als getan. Dabei hat unser\u00a0 Projekt echt eine Menge sinnvolles Spielzeug, nur leider haben uns die Kiddies gleich ausgetrickst. Sie wussten nat\u00fcrlich wo das Spielzeug gelagert wird und haben sich sofort daran gemacht jegliches Spielzeug aus dem Schrank zu r\u00e4umen. Sofern wir sie dazu aufgefordert haben, doch bitte wieder was zur\u00fcck in den Schrank zu legen, sind die Kinder sofort angefangen zu weinen. Als wir dann auf Grund des Weinens zur\u00fcckgeschreckt sind, haben sie uns mit froher Miene angegrinst und gesagt: \u00a0Joke.\u00a0 Die haben es faustdick hinter den Ohren. Aber die kriegen wir auch noch geb\u00e4ndigt.<\/p>\n<p>Leider planen die Inder nicht so vorausschauend wie wir. Dies haben wir zum einem dadurch gemerkt weil wir halt jeden Morgen einen neuen timetable f\u00fcr den jeweiligen Tag bekommen. Zum anderen habe ich am Sonntag mitgeteilt bekommen, dass ich am Montag aufbreche um meine resident permit zu erhalten. Nebenbei hab ich dann auch erfahren, dass ich sogar bis Mittwoch dort in Bangalore bleiben werde. Gut mit diesen spontanen Aktionen werde ich mich wohl im n\u00e4chsten Jahr arrangieren m\u00fcssen, aber ich hab mich nat\u00fcrlich gleich auf ein paar Tage gratis Aufenthalt in Bangalore gefreut.<\/p>\n<p>Montag um 5 in der Fr\u00fch ging es dann Richtung Mysore Bahnhof und von dort per Zug nach Bangalore. Indische Zugfahrten haben schon was an sich. Von Station zu Station wird der Zug immer voller. Man sitzt zu dritt auf einer Bank, wobei die Lehne in den 90\u00b0 Winkel absteht und man durch diesen Zustand nicht wirklich eine vern\u00fcnftige Sitzposition finden kann.\u00a0 Man kann somit nachvollziehen warum uns empfohlen wurde auf langen Reisen die\u201c sleeper class\u201c zu w\u00e4hlen. Dort hat man dann eine ganze Liege f\u00fcr sich alleine.<\/p>\n<p>In Bangalore angekommen ging es dann mit Nils und einer indischen Teamerin Richtung Police Office. Dort trafen wir dann auf Ronja und Leonie, die ebenfalls noch eine Aufenthaltsgenehmigung ben\u00f6tigten. Die Prozedur kannten wir ja nun von der vorigen Woche, allerdings ging es bei uns deutlich schneller vonstatten.<\/p>\n<p>Den Rest des Tages haben wir dann im ICDE Office verbracht. Dort haben wir erfahren, dass am n\u00e4chsten Tag eine Ehrung\u00a0 des ICDE India durch den Rotary Club India bevorsteht. Zu diesem Anlass sollen wir Freiwilligen doch bitte wieder was vormachen und ein kleines Quiz \u00fcber Deutschland entwerfen. Na, was hab ich euch grad noch \u00fcber indische Spontanit\u00e4t erz\u00e4hlt?<\/p>\n<p>Das Quiz haben wir dort noch schnell entworfen bevor es wieder mal zum Police Office ging um endlich unsere lang ersehnte resident permit in Empfang zu nehmen.<\/p>\n<p>Dort haben wir dann auch Hauke getroffen. Wobei man sagen muss, dass es Hauke in den letzten Tagen echt hart getroffen hat.\u00a0 Sein Zimmer besteht aus einem kleinen Raum, der zur H\u00e4lfte mit alten Teppichen gef\u00fcllt ist und es auch noch rein regnet. Nebenbei kann er mit den Sch\u00fclern seiner\u00a0 Schule null kommunizieren weil diese kein Englisch verstehen und er nur die Brocken Kannada aus unserem Sprachkurs kennt. Und zu allem \u00dcberfluss wurde seine Kreditkarte auch noch vom Bankautomaten eingezogen.\u00a0 Hauke hat sich dann schnell dazu entschlossen mit Nils und mir ins Hotel zu fahren, damit er blo\u00df nicht zur\u00fcck in seine derzeitigen Umst\u00e4nde muss.<\/p>\n<p>Dort im Hotel haben wir uns dann also ein Doppelzimmer mit 3 Personen geteilt und den weiteren Abend haben wir in Bangalore City mit teurem indischem Bier verbracht.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen sind Nils und ich dann erstmal zu einem Mobilfunkanbieter gefahren, denn dank Aufenthaltsgenehmigung sind wir nun endlich in der Lage SIM Karten und Internetsticks zu besorgen. Da es mit der Simkarten-Registrierung nicht auf Anhieb geklappt hat,\u00a0 haben die Shop-Mitarbeiter kurzer Hand die Sim Karten und Sticks auf ihren Namen registriert. Mir soll es egal sein auf welchen Namen hier was l\u00e4uft. Ich kann endlich in Indien telefonieren und ins Internet. F\u00fcr mein Blackberry habe ich mir auch gleich eine Internetoption dazu bestellt. Dieses Wilde nach dem Weg fragen und dann in unterschiedliche Richtungen geschickt werden, hab ich somit bald dank Google Maps auch unterbunden.<\/p>\n<p>Langsam kommt man auch dahinter wie das indische Auto-Riksah fahren funktioniert. Die Jungs sind n\u00e4mlich auch wahnsinnig gewitzt. Mal fahren sie mit dir Zickzack durch die Stadt nur damit nachher mehr auf dem Meter steht oder sie schalten die Dinger erst gar nicht ein um dann das F\u00fcnffache des Preises zu verlangen. \u00a0Aber nicht mit uns! \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Jedenfalls haben wir am Dienstag so gut wie alle Freiwilligen aus Mysore und Bangalore und als Special Guest sogar Max und Manu getroffen. Gegen Abend ging es dann zur Rotary Ehrung, was wiedermal mit langen Reden verbunden war. H\u00f6hepunkt des Abends war dann das Freibier bzw. der Whisky Stand. Was auf n\u00fcchternen Magen nat\u00fcrlich super ankam.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bangalore-von-Oben.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-189\" title=\"Georg und ich in Bangalore\" src=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bangalore-von-Oben.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"319\" srcset=\"http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bangalore-von-Oben.jpg 800w, http:\/\/www.patrickglandorf.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bangalore-von-Oben-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Leider wurde die Runde verfr\u00fcht aufgel\u00f6st, somit ist es nicht zu irgendwelchen Ausf\u00e4llen gekommen.<\/p>\n<p>Im Hotel haben wir dann letztendlich mit vier Leuten in einem Doppelzimmer geschlafen. Dabei haben wir uns aber noch ein drittes Bett aus dem Nachbarzimmer geholt, ansonsten w\u00e4re es eine unangenehme Nacht geworden.<\/p>\n<p>Den gestrigen Tag haben wir nochmal im chaotischen Bangalore verbracht. Sind ein bisschen Shoppen gegangen und sind in der indischen Variante des Restaurants \u201c Zur goldenen M\u00f6we\u201c eingekehrt.<\/p>\n<p>Gegen Nachmittag sind wir dann mit dem Express- Zug zur\u00fcck nach Mysore. W\u00e4hrend der Zugfahrt haben wir dann leider gemerkt, dass einige aus unserer Mysore Truppe fehlten. Unter anderem mein Zimmerkollege Helmut. Und nun ratet mal wer unser Zimmer abgeschlossen hat und den Schl\u00fcssel bei sich hatte?<\/p>\n<p>Also blieb uns in Mysore nichts anderes \u00fcbrig als zu warten und so haben wir mal die Kneipenszene in Mysore ausprobiert. Leicht beschwipst ging es dann auf den R\u00fcckweg weil wir keine Lust mehr hatten, zu warten.<\/p>\n<p>Im Bus f\u00e4llt man als Westler sofort auf, vor allem als Westler, der sich unsicher ist ob er \u00fcberhaupt im richtigen Bus sitzt. Allerdings hatte ich nette Sitzkompanen, die mir sofort geholfen haben meine Station nicht zu verpassen. Es gibt hier n\u00e4mlich weder Fahrpl\u00e4ne noch erkennbare Haltestationen. Man muss sich die Umgebung der Station also gut einpr\u00e4gen. Vor allem im Dunkeln sehr lustig. \u00a0Gegen kurz nach 21 Uhr bin ich dann v\u00f6llig ersch\u00f6pft im Projekt angekommen und durfte noch kurz auf Helmut warten, der dann gegen halb 11 hier aufgeschlagen ist.<\/p>\n<p>Der heutige Tag bestand dann aus Englischunterricht f\u00fcr die unterschiedlichen Altersklassen.<\/p>\n<p>Absolutes Highlight war als ein Angestellter des Projekt, der leider nur Kannada spricht, uns klarmachen wollte, dass ein Hund unsere Schuhe geklaut hat. Nat\u00fcrlich nicht unsere Schuhe sondern nur meine Schuhe.<\/p>\n<p>Also hie\u00df es Ausschw\u00e4rmen und mit alle Mann diesen verdammten Hund suchen. Nach ein paar Minuten hatten wir den \u00dcbelt\u00e4ter gefunden und ich hatte meinen angekauten Schuh zur\u00fcck. Ab jetzt werden Schuhe nur noch in unserem Zimmer abgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darf ich mich Vorstellen?! Mein Name ist Patrick, Patrick Anna. Ja ihr habt richtig geh\u00f6rt, jedoch handelt es sich bei Anna nicht um irgendeinen peinlichen Doppelnamen sondern um meinen Namen hier im Projekt.\u00a0 Von den Sch\u00fclern werden wir hier auch nur kurz Anna genannt. 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